Lebensraum Apfelstädt

Das Problem der Apfelstädt mit der BUGA 2021

Plakat Austrocknung Apfelstädt

Das Wasser der Apfelstädt wird zur Ökostromgewinnung um sein natürliches Flussbett herum, durch die Westringkaskade, direkt nach Erfurt umgeleitet. In diesem Baypass sind 2 Turbinen eingebaut, eines als Schaukraftwerk, die den Strom produzieren. Unter anderem entsteht im Norden von Erfurt zur BUGA 2021 eine Seenlandschaft für Erholungs- und Freizeitzwecke. Weiterhin soll das Wasser ab 2021 zur kommerziellen Brauchwassernutzung (Bewässerung von Obstplantagen) freigegeben werden.

Warum ist das wichtig?

Die Apfelstädt ist ein Fluss mit einer Länge von ca. 34 km. Sie ist ab dem Ablauf der Talsperre Tambach-Dietharz ein Gewässer erster Ordnung nach dem Thüringer Wassergesetz. Teile der Apfelstädt sind gemäß der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) unter besonderen Schutz gestellt. Das bedeutet, die Europäische Union möchte eine besondere Schutzwirkung für die Flora und Fauna (besonders bedrohte Pflanzen- und Tierarten) sicherstellen. (DE 5030-302, DE 5130-402)

Konflikte mit der Westringkaskade

Das Thüringer Umweltministerium leugnet einen Zusammenhang zwischen dem Trockenfallen der Apfelstädt und dem Umleiten des Wassers durch die Westringkaskade nach Erfurt. In dem Managementplan des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz aus dem Jahr 2019 für das FFH Gebiet Apfelstädtaue (FFH-Gebiet 55) geht im Kapitel (Kap.) 5.3.4 Konfliktpotenzial und Zielkonflikte folgendes hervor: „Mit der Realisierung des Vorhabens der Thüringer Fernwasserversorgung (siehe Kap. 3.2.6) werden dem Fließgewässerökosystem der Apfelstädt oberhalb des FFH Gebietes nicht unbeträchtliche Wassermengen entzogen.“

Fazit des Gutachtens: Erhebliche Beeinträchtigungen von FFH relevanten Arten sowie ein Trockenfallen der Apfelstädt sind nicht auszuschließen.

Die Konflikte stellen sich wie folgt dar:

  • Stromerzeugung durch zwei neue Wasserkraftwerke
  • Nutzung des Wassers für die BUGA 2021
  • Bewässerung von Obstanbauplantagen ab 2021

und der damit verbundenen Reduzierung der Wasserabgabe in das natürliche Fließgewässerökosystem Apfelstädt.

Den Lebensraum Apfelstädt retten

Ziel der Bürgerinitiative ist es, dass Thüringer Umweltministerium zum Handeln zu bewegen.

Wir möchten:

  • Dass in den Sommermonaten ein Trockenfallen der Apfelstädt bestmöglich vermieden wird, indem die Wasserabgabemenge in die Westringkaskade zugunsten der Apfelstädt reduziert wird
  • Eine generelle Anpassung der Wassernutzung aus den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz mit Blick auf die sich ändernden Umweltbedingungen und einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen ohne dabei die Flora und Fauna zu schädigen